Wie sicher ist unsere medizinische Zukunft? Unter dieser zentralen Fragestellung lud unser Ortsverband am vergangenen Mittwoch zu einem öffentlichen Infoabend im Haus am Stadtpark ein. Gemeinsam mit Jasper Balke, dem gesundheitspolitischen Sprecher unserer Landtagsfraktion, diskutierten rund 30 Bürgerinnen und Bürger über die brennenden Fragen der Gesundheitsversorgung auf unserer Insel.
Eine wichtige Nachricht des Abends: Gerichtlich wurde bestätigt, dass Fehmarn trotz der Brückenverbindung rechtlich als Insel gilt. Dies ist kein bloßes Detail, sondern entscheidend für die Finanzierung: Nur durch diesen Status können sogenannte „Sicherstellungszuschläge“ der Krankenkassen fließen, um die Versorgung vor Ort zu unterstützen.
Die Herausforderungen der Krankenhausreform
Jasper gab einen realistischen Einblick in die aktuelle Landespolitik. Die Krankenhausstrukturreform von 2024 sei „mit heißer Nadel gestrickt“ und enthalte handwerkliche Fehler, die in der Praxis schwer umzusetzen seien. Das Kernproblem bleibt der Zielkonflikt zwischen hohen Qualitätsstandards und einer flächendeckenden Versorgung im ländlichen Raum.
Für Fehmarn stellt sich konkret die Frage: Investieren die Kassen in den Erhalt des Standorts oder in den massiven Ausbau der Notfalllogistik, etwa durch einen zweiten Rettungshubschrauber? Klar ist für uns: Landrat und Ministerium wollen den Standort Fehmarn erhalten.
Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen
In der lebhaften Diskussion wurde deutlich, dass viele Insulaner eine „unterschwellige Unzufriedenheit“ mit der aktuellen Situation verspüren. Besonders kritisiert wurden:
- Die Grundversorgung: Die Sorge, dass selbst einfache Behandlungen wie ein Armbruch eine Fahrt aufs Festland erfordern.
- Saisonale Belastung: Die Kapazitäten müssen auch dann reichen, wenn die Bevölkerungszahl im Sommer von 13.000 auf über 80.000 Menschen ansteigt.
- Transparenz: Viele Bürger wissen im Notfall nicht genau, welche Leistungen das lokale Klinikum aktuell vorhält.
„Unser Ziel ist es, die Bedarfe und Erfahrungen von Fehmarn deutlich zu machen und in die landespolitische Diskussion einzuspeisen“, betonte unsere stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende Yvonne, die durch den Abend führte. Wir bleiben dran, damit die medizinische Versorgung kein Glücksspiel bleibt.
